Weltfrauentag – Starke Frauen beim Musikverein Oberbrüden!
Am 08. März gab es nicht nur Blumen für uns Frauen am Probewochenende, sondern wir schauen auch was unsere Frauen alles im Verein leisten. Wir haben nicht nur musikalische Talente unter uns. Zum Weltfrauentag wollen wir den Aufsatz veröffentlichen, den Hannah-Marie Fetzer für die Schule geschrieben hat. Dafür gab es eine hervorragende Note und die Reportage vermittelt das Lebensgefühl, wenn man mit dem Musikverein Oberbrüden aufwächst.
101% Musikverein Oberbrüden
– hinter den Kulissen von Blasmusik und Vereinsleben.
Bum Bum! Klirr! Tschak Tschak!
Ich stehe ganz hinten auf der Bühne und probiere jede Trommel und jedes Becken aus. Weiter vorne hört man einzelne Töne und Melodien anderer Instrumente. Mein Vater zeigt mir noch mehr Rasseln und Rätschen, die ich ausprobieren kann. Es ist eine gute Stimmung, dennoch liegt ein Hauch Nervosität in der Luft. So langsam trudeln alle Gäste und gespannte Zuhörer ein. Ich habe mir mit meiner Mutter einen guten Platz gesucht und warte bis es los geht. Seit ich denken kann ist das fast jedes Jahr so, wenn der Musikverein Oberbrüden im April zum Frühjahrskonzert einlädt.
Das Konzert dauert rund 2 Stunden in denen das Aktive Orchester mit einem bunten Programm begeistert. In der Pause werden langjährige Mitglieder geehrt.
Der Musikverein Oberbrüden e.V., der 1958 gegründet wurde, hat rund 200 Mitglieder. Man kann dort viele Instrumente lernen, wie z.B. Querflöte, Trompete oder Schlagzeug. Außerdem gibt es ein Aktives Orchester und eine Jugendband.
Die Erinnerung an das jährliche Konzert ist eine meiner Schönsten. Die Atmosphäre ist jedes Mal unbeschreiblich und mit jedem Jahr wurde somit der Wunsch in mir geweckt eines Tages auch mit zu spielen – so richtig in Tracht, mit den Erwachsenen auf der Bühne. Letztes Jahr war es soweit! Endlich!
Das Konzert im Frühling ist nur eine der Aktionen des MVOs im Jahr. Der 30. April und der 1. Mai sind die ersten zwei Festtage im Jahr. Bei guter Stimmung und Blasmusik wird eine Maihocketse bewirtet. Außerdem gibt es im Sommer auch noch das „Bruckwiesenfest“. Bei diesem traditionellen Dorffest wird Vieles geboten. Es spielen befreundete Musikvereine, abends kommt ein DJ und sonntags gibt es ein Kinderprogramm.
Wie viele Vereine hat allerdings auch unser Musikverein Schwierigkeiten Nachwuchs zu finden. Das Problem: immer weniger Kinder wollen ein Blasmusikinstrument lernen.
Jörg Fetzer, 1. Vorstand des Vereins mein dazu: „Als ich Jugendlicher war, gab es direkt im Ort gelegen nur wenige Vereine. Entweder machte man einen Sport oder spielte ein Musikinstrument, manche machten auch beides. Mittlerweile fahren viele Eltern ihre Kinder in Städte um dort ein Hobby zu machen. Außerdem gibt es auch viel mehr Angebote als früher.“
Ein Musikinstrument zu lernen dauert im Schnitt 2-4 Jahre bis man es relativ solide spielen kann. Das ist vor allem für Kinder und Jugendliche eine lange Zeit. Die Motivation sinkt, denn es dauert beim Erlernen eines Musikinstruments verhältnismäßig lange, bis man sein erstes Erfolgserlebnis hat. So hören manche Kinder schon nach einem Jahr auf. Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen – ich spiele schon fast 5 Jahre Querflöte und es kann schon mühsam sein, zwischen Schule und beispielsweise einem anderen Hobby noch Zeit für regelmäßiges Üben zu finden. Dennoch – es überwiegt der Spaß und das Gute.
Das findet auch Lena Grossenbacher, langjährige Dirigentin der Jugendband und nun Dirigentin des Aktiven Orchesters. Sie sagt: „Musik ist immer gut, vor allem für Jugendliche. Man arbeitet zusammen und sieht die gemeinsamen Fortschritte!“
Momentan sind die Jugendband und die Menge an Jugendlichen im Verein eher klein. Das ist ein Problem, denn irgendwann kommt vielleicht keine Generation mehr nach, die den Verein organisieren kann. Das obwohl Vereine doch so wichtig für unsere Gesellschaft sind und weiter bestehen müssen! Denn in den Vereinen sieht man die Arbeit von Menschen, die keine Hintergedanken haben. Sie machen die Arbeit nur aus Spaß, weil ihnen der Verein wichtig ist. Es ist eine andere Stimmung wie zum Beispiel im Beruf. Ein freundschaftliches Umfeld, in das alle aufgenommen und akzeptiert werden. Die Feste und Erlebnisse, die man zusammen erlebt, schweißen zusammen. Die Organisation in einem Verein ist unglaublich wichtig, damit z.B. Feste überhaupt erst zustande kommen. Man lernt im Vereinsleben auch schnell mit anzupacken, zu helfen und Verantwortung für Aufgaben zu übernehmen. Das alles ist wichtig für eine gute Gemeinschaft und Zusammenarbeit im Verein.
Doch an erster Stelle verbindet das gemeinsame Musik machen. So auch nochmals Lena Grossenbacher „Das gemeinsame Hobby, die Musik für die wir alle brennen, schweißt zusammen. Der Weg, an etwas gemeinsam zu arbeiten, zu sehen, wie sich die Musik mit der Zeit schöner anhört und es am Ende zu präsentieren, ist etwas ganz wundervoll Einzigartiges. Das, und die Arbeit mit so vielen unterschiedlichen Menschen ist, was ich am Dirigieren liebe!“
Ich dufte etwas Besonderes erleben – ich durfte in einem Verein aufwachsen! Für mich war immer klar, ich werde ein Musikinstrument lernen und auch ein Teil des Vereins sein. Mittlerweile kann ich mir sogar vorstellen irgendwann ein Ehrenamt zu übernehmen. So etwas Wunderbares zu erleben ist prägend für mich und bringt mich persönlich weiter.
Beim Musikverein Oberbrüden gibt es viele Angebote für Kinder und Jugendliche. Man kann ein Instrument lernen und immer mittwochs in die Jugendband um 18:00 Uhr kommen. Die Probe des Aktiven Orchesters ist immer freitags um 19:30 Uhr. Es sind alle Willkommen!
Wie der Slogan des MVO so schön sagt: Das alles ist zu 101% Musikverein Oberbrüden.
